7. Dez. 2009 Der Maurer unter der Mauer und BILD-Hund Chico

Um elf Uhr klingelt das Telefon in der Redaktion: Irgendwo in Bremen ist ne Mauer eingestürzt und hat einen Maurer unter sich begraben. Ein Fotograf rast sofort zum Schauplatz des Geschehens und ich bin dabei. Im Auto komm ich mir vor wie in der „Bourne Identität“, als Matt Damon und Franka Portente im Affenzahn durch die Straßen von Paris jagen. Nur dass das hier Bremen ist und ich nicht in einem Mini sitze, sondern in einem Riesenauto Marke Unbekannt (der männliche Leser möge mir bitte meine Unwissenheit verzeihen). Wir kommen leider nicht so schnell voran wie erhofft, weshalb der Fotograf nicht aufhört zu fluchen.

Endlich angekommen, können wir nicht auf das Grundstück, da es privat ist. Der Fotograf ist nicht amused. Wir laufen um das Gelände rum, um noch Bilder aus einem anderen Blickwinkel zu bekommen. Der Hund des Fotografen ist übrigens auch dabei: Chico, der wohl niedlichste Spitz der Welt. Plötzlich sieht so aus, als würde der Verletzte abtransportiert. Also, joggen wir um das Gebäude rum. Blöd, dass ich heut keine Turnschuhe, sondern Stiefel mit Absatz anhabe! Und ich hab Chico an der Leine. Ich seh mich schon mit dem Gesicht in den Dreck fallen (der Gehweg ist eine einzige Schlammwüste), aber zum Glück ist Chico nicht so schnell wie sein Herrchen, das vorauseilt.

Die Rettungswagen stehen doch noch auf dem Gelände. Chico wird unruhig und bellt unentwegt. Meine Aufgabe: Mit ihm ne Runde Gassi gehen! Na klar, mach ich doch glatt. Schließlich mag ich Hunde. Nach ein paar Minuten kommt der Fotograf zurück. Wir rasen zurück zum “Headquarter” und ich schreibe eine Meldung zum Maurer unter der Mauer – dem es hoffentlich den Umständen entsprechend gut geht.

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