Ist die Pressemitteilung tot?

Die Pressemitteilung: Alive and kicking oder mausetot? Bild: I-vista / pixelio.de

Die Pressemitteilung: Alive and kicking oder mausetot? Bild: I-vista / pixelio.de

Welche Rolle spielt die klassische Pressemitteilung heutzutage noch im Arbeitsalltag von Journalisten? Naht das Ende oder lebt die altbewährte Textform weiter? Mit dieser Frage sehen sich PRler immer wieder konfrontiert. Denn unsere Arbeit besteht nicht nur darin, einem Medium Kundenbotschaften zu vermitteln – sondern es auch so zu tun, dass der Journalist ebenfalls davon profitiert. Um dem gerecht zu werden, führte ein Team um Prof. Dr. Holger Sievert von der Hochschule Macromedia gemeinsam mit der Convento GmbH Anfang 2015 eine umfassende Studie durch. Rund 100 Journalisten deutscher Tageszeitungen wurden nach ihrem Informationsverhalten bei der täglichen Recherche befragt und ergänzend Tageszeitungen inhaltlich analysiert. Die Ergebnisse der Studie teilte Prof. Dr. Holger Sievert am 16. Juni 2015 beim Convento PR-Frühstück in Hamburg mit.

Die Grundannahme der Studie ist, dass sich die traditionelle Mediennutzung über die Jahre stark verändert hat. Kommunikation ist mobiler und omnipräsenter geworden. Soziale Netzwerke werden immer präsenter und unterstützen zunehmend die strategische Bedeutung von echter interaktiver Kommunikation. So entschied sich der Versandriese Amazon im Oktober 2013 gegen eine Pressemitteilung und kündigte das neue Kindle Fire Tablet primär mit 14 Tweets über Twitter an. Gerade in den USA wird die Pressemitteilung zum Teil drastisch totgesagt, denn Media Relations haben sich in die Sozialen Netzwerke verlagert. Doch ist den Kritikern zu glauben und das Ende der Pressemitteilung steht bevor?

Nein! Denn laut der Studie empfangen fast neun von zehn befragten Journalisten weiterhin Pressemitteilungen und nutzen diese. Ebenfalls wird häufig das mitgesendete Bildmaterial verwendet. Unterschiede finden sich dennoch in den einzelnen Ressorts. Verwenden im Bereich Wirtschaft nur 43,8 Prozent der Redakteure das zur Verfügung gestellte Bildmaterial, sind es im Bereich Sport ganze 88 Prozent. Als wichtigster Verbreitungskanal wird der gut gepflegte und zielgruppenspezifische E-Mail-Verteiler genannt. Soziale Netzwerke spielen in der Verbreitung von Pressemitteilungen und als Informationsquelle in Deutschland noch eine nebensächliche Rolle. Die Inhaltsanalyse ergab, dass fast jede fünfte der untersuchten Pressemitteilungen in einer der auserwählten deutschen Tageszeitungen abgedruckt wurde. Es heißt also: Die Pressemitteilung lebt weiter.


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Henriette Rose absolviert seit Juni 2015 bei Frau Wenk +++ ihr PR-Volontariat. Sie studierte Medien und Information an der HAW in Hamburg. In ihrer Bachelorarbeit befasste sie sich mit dem Thema Kooperationen zwischen YouTube-Bloggern und der Beautyindustrie. Erste Erfahrungen im Bereich Online Marketing sammelte sie als Werkstudentin in der Online-Redaktion des Hamburger Start-Ups Content Fleet.

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Dies ist ein Service der Agentur Frau Wenk+++ PR & Marketing für die digitale Welt aus Hamburg