BVDW-Umfrage: Offenes WLAN pusht deutsche Wirtschaft

Von der Abschaffung der Störerhaftung könnten vor allem Handel, Medien und Gastronomie profitieren (Photo via Visual hunt)

Von der Abschaffung der Störerhaftung könnten vor allem Handel, Medien und Gastronomie profitieren (Photo via Visual hunt)

Mehr News, mehr Streaming, mehr Online-Shopping. Zwei von drei Internetnutzern in Deutschland würden über frei zugängliche WLANs Online-Dienste häufiger nutzen als zuvor. Am stärksten wäre der Anstieg bei Online-Nachrichten (41 Prozent), Messenger-Diensten wie WhatsApp (32 Prozent) und sozialen Netzwerken (22 Prozent) spürbar. Das ergab eine Online-Befragung des Marktforschungsinstituts Toluna im Auftrag des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. unter 1.004 Internetnutzern in Deutschland. Mit der Abschaffung der sogenannten Störerhaftung im deutschen Bundestag könnten solche Nutzerwünsche nun in Erfüllung gehen. Der Paragraph im Telemediengesetz schrieb Betreibern von WLANs bisher eine Haftbarkeit für die Tätigkeiten ihrer Online-Gäste zu.

Der deutsche Bundestag schaffte heute in einer Neuregelung des Telemediengesetzes den darin enthaltenen Abschnitt zur sogenannten Störerhaftung ab. Bislang waren private und nebengewerbliche WLAN-Betreiber für strafrechtliche Online-Aktivitäten ihrer Gäste mit haftbar. Dieses Risiko und der damit verbundene administrative Aufwand waren vielen Restaurants, städtischen Betreibern oder auch Händlern zu groß.

Öffentliches WLAN: Chance für Handel, Medien und Gastronomie
Mit der Abschaffung der Störerhaftung steht öffentlichen WLANs in Deutschland nichts mehr im Wege. Daraus resultiert auch eine unmittelbare Chance für die deutsche Wirtschaft: Am stärksten profitieren deutsche Medienhäuser von frei zugänglichen Drahtlosnetzwerken: 41 Prozent der Internetnutzer würden häufiger Nachrichten lesen – Werbeeinnahmen und Bezahlmodelle könnten hier mehr Umsätze in die Verlagskassen spülen. Von unterwegs häufiger spontan shoppen würden immerhin 20 Prozent der Befragten. Und jeder Sechste (15 Prozent) würde die lokale Gastronomie unterstützen, indem er häufiger aus Cafés und Restaurants arbeitet.

BVDW-Vizepräsident Thomas Duhr (IP Deutschland): „Nach Jahren der Stagnation bestellt die Bundesregierung endlich das Neuland. Führen wir uns den Konflikt einmal vor Augen: Einerseits seit Jahren eine bessere Netzabdeckung mit Onlinezugängen anzustreben, andererseits kleine Netzbetreiber wie Cafébesitzer mit horrenden Abmahnungen zu bedrohen, ist geradezu paradox.“

Zur Pressemitteilung.


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Stefanie Müller ist seit Januar 2016 PR-Redakteurin bei der Agentur Frau Wenk +++. Erste PR-Erfahrungen sammelte sie bei Faktor 3. Ihr Volontariat absolvierte sie in der Fachredaktion von OnetoOne, wo sie sich unter anderem Kenntnisse der AdTech-Branche und Internetwirtschaft aneignete. Dort war sie zuletzt als Redakteurin für Print und Online tätig.

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