Expertenmeinungen: Die Zukunft von Twitter

Unserer Experten zu der Frage: Wie steht es um die Zukunft von Twitter? / Copyright: Marisa Allegra Williams for Twitter, Inc.

Unserer Experten zu der Frage: Wie steht es um die Zukunft von Twitter? / Copyright: Marisa Allegra Williams for Twitter, Inc.

Am Donnerstag meldete Twitter für das dritte Quartal einen Verlust von 103 Millionen US-Dollar (etwa 94 Millionen Euro). Bereits im Vorjahreszeitraum verzeichnete das Unternehmen ein Minus von 131 Millionen Dollar. Der Umsatz konnte um acht Prozent auf 616 Millionen Dollar gesteigert werden. Bei den Werbeeinnahmen gab es einen Anstieg von 6 Prozent auf 545 Millionen Dollar.

Insgesamt lagen die Quartalszahlen deutlich über den Markterwartungen.

Wie steht es um die Zukunft von Twitter? Wird das Unternehmen noch einen relevanten Käufer finden oder wird es in den nächsten Monaten weiter auf Investorensuche in der Bedeutungslosigkeit verschwinden?

Das sagen unsere Experten:

Thomas Kabke-Sommer, Geschäftsführer, Kontor Digital Media / Bildnachweis: Kontor Digital Media

Thomas Kabke-Sommer, Geschäftsführer, Kontor Digital Media / Bildnachweis: Kontor Digital Media

Thomas Kabke-Sommer, Geschäftsführer, Kontor Digital Media: „Twitter hatte nunmehr mehr als 10 Jahre Zeit, sich eine Nutzerschaft aufzubauen. Dies hat vor allem in der angelsächsischen Welt durchaus geklappt. Weltweit etwa 313 Millionen Nutzer. In den letzten 10 Jahren konnte Twitter jedoch kein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln. Vielleicht ist das Unternehmen aber auch wirklich nur ein guter und nicht zu komplexer Dienst zum Versenden telegrammartiger Nachrichten. Wenn wir dies akzeptieren, sehen die Einnahmen gar nicht so marginal aus und es waren coole 10 Jahre. Viel mehr werden wir dann wohl nicht erwarten dürfen.“

 

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Torsten Oppermann, Managing Director, DELASOCIAL GmbH / Bildnachweis: DELASOCIAL

Torsten Oppermann, Managing Director, DELASOCIAL GmbH / Bildnachweis: DELASOCIAL

Torsten Oppermann, Managing Director, DELASOCIAL GmbH: „Twitter hatte es schon immer schwer im deutschsprachigen Raum. Der Dienst an sich ist ein guter Kanal sowohl für Branding- als auch Performance-Aspekte. Das Teasern von Content-Happen hat genauso gut funktioniert wie die Leadgenerierung. Bei einer Probefahrtenkampagne für BMW konnten wir beispielsweise über Twitter einen geringen CPL erzielen als über andere Methoden. Generell jedoch müsste Twitter in der DACH-Region von sich aus für mehr Awareness und Relevanz sorgen, um für Werbungtreibende in Zukunft attraktiv zu bleiben.“

 

 

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Jörg Schneider, Country Manager Germany, Undertone / Bildnachweis: Undertone

Jörg Schneider, Country Manager Germany, Undertone / Bildnachweis: Undertone

Jörg Schneider, Country Manager Germany, Undertone: „Den weiteren Abbau von Stellen halte ich für eine logische Folge der Geschäftsentwicklung bei Twitter. Das User-Wachstum weltweit ist fast zur Stagnation gekommen, die Quartalsergebnisse sind nicht zufriedenstellend und die Werbeumsätze entsprechen nicht mal annähernd den Erwartungen der Aktionäre. Nichtsdestotrotz ist Twitter nach wie vor eine sehr spannende Plattform und derzeit aus der täglichen Mediennutzung für immerhin 313 Millionen User weltweit, nicht wegzudenken. Als Stand-alone-Business, auch mit Vine und Periscope, sehe ich allerdings langfristig kaum Chancen für Twitter. Das heißt, es wird weiter nach einem Käufer gesucht, möglicherweise mit einer weiteren Zwischenfinanzierung. Um für Käufer oder Investoren attraktiver zu sein, muss man aber „die Dame aufhübschen“, das Ergebnis positiv(er) gestalten. Und das beginnt eben mit Einsparungen.“


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