Über kostenlose PR-Portale lassen sich Pressemeldungen auf einen Streich massenhaft im Internet verbreiten. Doch was bedeutet dieser Trend für die klassischen Kommunikationswege in der PR? Und wo bleibt der Journalist in seiner Rolle als vermittelnde, neutrale Instanz zwischen dem parteiischen Unternehmen und dem Verbraucher?
Ich sehe da Handlungsbedarf: Zum einen sollten sich PR-Leute auch heute noch bei jeder Meldung fragen, für wen sie relevant ist und auf welche Weise man die Information sinnvoll und zielgruppengerecht vermarkten kann. Denn auch für das Internet gilt: Wer nur sinnlose Nachrichten verbreitet, wird irgendwann gar nicht mehr gesehen. Zum anderen denke ich, dass es nicht mehr lange dauert, bis die Suchmaschinen „Dämme“ bauen und ihre Algorithmen anpassen werden, um Links und Keywords von PR-Portalen auszuschließen. Damit wäre vielen News-Portalen die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Und schließlich wird auch der Internetnutzer erkennen, wo für ihn passender Content zu finden ist und wo nicht. Dabei werden starken Medienmarken im Internet Orientierung geben.
Dann wird der Strom an Pressemeldungen wieder abreißen. Und die PR-Profis kehren reumütig zu ihren alten Weisheiten zurück: Relevante, möglichst exklusive, nachrichtliche Informationen für kleine Empfängergruppen erstellen und gezielt anbieten. Informationen, die vor allem mit Blick auf den Empfänger geschrieben sind. Und das wird in Zukunft nicht mehr nur der Fachjournalist sein, sondern eben auch der surfende Verbraucher oder ein Blogger. Dann muss sich auch die klassische PR das Kürzel 2.0. anhängen lassen und nicht mehr nur senden, sondern Verbindungen herstellen – Public Relations eben…
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Suchradar hat dazu einen Selbstversuch gemacht und bestätigt: Das Einstellen von Pressemeldungen bringt ein bisschen Linkaufbau und wenig Presse!